Schwetzingen: Nachwuchs begeistert bei Platzkonzert

Wie breitgefächert das Spektrum der Musik ist, zeigte sich im abwechslungsreichen Programm von „Mazurka“ (Emma und Ulrich Reininghaus, Violoncello) über „Trio C-Dur“ (Kenno Recker, Miriam Kampmann (beide Oboe) mit Ben Kumlehn am Englischhorn) bis zur Musik-Comedy mit „Three and a half Trombones) mit Alois Willig, Jannik Siegler, Nik Keller, Felix Dimitrijevic, Lasse Kuhn (alle Posaune) und Mathis Hofmann an der Tuba reichte. Zum „Gangnam Style“ von Psy wiegten sie die Hüften ebenso, wie es gelang ohne blaue Augen zu verursachen eine schwungvolle Ganzkörper-Performance zu zeigen – kein Wunder, dass eines der Lieder „Freaks“ (außergewöhnlich, launig) titelte – das war, was das Sextett zeigte allemal.

© Schwetzinger Zeitung, Montag, 13.07.2020

Hochkarätige Posaunentöne

Geht es um hochkarätige Posaunentöne, sind die „Three and a half Trombones“ ganz oben. Besonders in der Symbiose mit Magie, Slapstick und mit komödiantischen Zügen bringen sie überall Laune ins Spiel. Event nennt man das, was die fünf Herren in adretten Anzügen vorbringen: lässig fliegt die Posaune in die Höhe, lasziv wird ein Zehntel- Strip hingelegt, immer mit unbewegter Miene, versteht sich, dazu erklingen die Posaunen in herrlichem Einklang. Topp.

Dann wurde es magisch auf der Bühne: Alois Willing liegt am Boden, das Bandbanner wird über ihm ausgebreitet und beginnt plötzlich zu schweben. Basses Erstaunen machte sich breit. Willing schwebt. Sanft sinkt er im tosenden Applaus wieder zu Boden – sehr gelungen.

© Schwetzinger Zeitung, Dienstag, 22.10.2019

Blechbläser Matinee

Einen humorvollen Höhepunkt bot das Bläsersextett „Three and a half Trombones“ mit Jannik Siegler, Nik Keller, Felix Dimitrijevic, Lasse Kuhn, Nikolai Hoffmann und Alois Willing. Mit umwerfender Komik und ausgefeilter Choreographie stellten sie das „James-Bond-Thema“ von Monty Norman (*1928) dar, entfesselten in „Eye of the Tiger“ auf der Bühne einen Posaunen-Boxkampf, und trugen unter Bedrich Smetanas (1824 – 1884) schwermütiger Melodie „Die Moldau“ eine Posaune zu Grabe, die sich bei „Gonna fly Now“ von Bill Conti (*1942) den Hals gebrochen hatte. Das alles war so witzig inszeniert, gleichzeitig von solch hoher musikalischer Qualität, dass sowohl die Schüler als auch die Zuschauer Spaß hatten.

© Schwetzinger Zeitung, Dienstag, 01.10.2019

K.o. durch Posaune in der ersten Runde

Pantomimisch schauspielerten die „Three and a half Trombones“, die dreieinhalb Posaunen, skurrile Szenen, die mit den Posaunen intoniert wurden. Perfekt klappten Capoeira-Einlagen mit Instrument sowie der Klassiker „My Heart will go on“ in einer Slapstick-Version mit dem Gastspiel einer giftgrünen Blockflöte zur Hauptmelodie. Die kam so schräg und falsch, aber voller Inbrunst von Jannik Siegler gespielt, dass es eine Freude aber auch ein Quietschen fürs Gehör war. Die Lacher hatten die Jungs jedoch fest auf ihrer Seite abonniert. Als sie plötzlich die Socken auszogen, ging ein Raunen durch die Menge – was sollte das wohl werden? Klar, die Herren in den korrekten Anzügen spielten ihre Instrumente jetzt mit den nackten Zehen – eine beliebte Einlage, die immer wieder für Begeisterung sorgt. Zu „Conquest of Paradies“ – der legendären Melodie von Vangelis, die bei Boxkämpfen von Henry Maske gespielt wurde – lieferten sich die Musiker einen echten Boxkampf mit Posaune und K. o. in der ersten Runde. Ohne Zugabe kamen auch diese Herren nicht von der Bühne.

© Schwetzinger Zeitung, Dienstag, 23.10.2018